Bildungssystem in Kamerun

In Kamerun gibt es für die Kinder und Jugendlichen zwei unterschiedliche Schulsysteme. Angelehnt an die sprachliche Teilung des Landes, wird zu etwa 80% nach dem französischen und zu 20% nach dem englischen Schulsystem unterrichtet. Die Klassen sind sehr gross und so ist es keine Seltenheit 120 Schüler in einem Raum anzutreffen, die auf ihren Lehrer warten. Eine Schulpflicht für Kinder besteht in Kamerun bisweilen nicht.
Der Anteil an Analphabeten ist mit etwas mehr als 25 % konstant relativ hoch, trotz einer Einschulungsquote von gut 75 %, was im afrikanischen Vergleich durchaus gut ist. Es besteht jedoch ein starkes Süd-Nord-Gefälle. In den nördlichen Provinzen ist die Einschulungsrate, unter anderem auch aus kulturellen Gründen, weitaus niedriger als im Süden und Zentrum des Landes.
Für alle Schulformen gibt es staatliche und private Institute. Dabei steht ein staatliches Schulangebot nicht zwingend für kostenfreie Bildung. Der Primarschulbesuch ist in staatlichen Institutionen zwar kostenlos, aber die Kosten für Schulmaterial, Uniformen, Anreise und Pausenverpflegung müssen von den Eltern selbst getragen. Dies senkt wiederum die Einschulungsrate auch in den südlichen Provinzen und führt oft zum baldigen Abbruch der schulischen Ausbildung. Zudem reicht die finanzielle Unterstützung des Staates oft nicht aus für den Betrieb einer Schule, so dass die Eltern regelmässig zusätzliche Kosten für den Unterhalt der Schule übernehmen müssen. Zum Teil fallen Beiträge für sogenannte Elternvereine an, die dann auch zusätzliche Lehrpersonal finanzieren oder für bauliche Massnahmen gebraucht werden.

Joël

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